Die Wissenschaft der Doppelbelichtungen (und wie man sie macht!)
Dinge, die wir hier in unserem Labor lieben: Kameras, Filme und Überraschungen.
Überraschungen gibt es für uns in allen Formen und Varianten; manchmal finden wir Süßigkeiten in den Paketen, die an unser Labor geliefert werden, und manchmal dürfen wir unsere Augen an den besten Doppelbelichtungen aller Zeiten weiden. Es ist für uns wirklich schwer zu sagen, was wir lieber mögen, aber Doppelbelichtungen belegen so ziemlich den ersten Platz. Deshalb haben wir beschlossen, einen Beitrag der Wissenschaft der Doppelbelichtungen und (Bonus!) ihrer Erstellung zu widmen. Wenn du noch nicht versucht hast, deine eigene Doppelbelichtung zu kreieren, wirst du vielleicht dazu inspiriert, es selbst auszuprobieren, damit du (und wir alle hier im Labor) diesen magischen Moment genießen kannst, von deiner eigenen Kreation überrascht zu werden.
Doppelbelichtungen (und übrigens auch Mehrfachbelichtungen) bedeuten im Wesentlichen, zwei oder mehr Bilder auf einem einzigen Frame einzufangen. Was du im Grunde tust, ist ein Bild über ein anderes zu „legen“, indem du deine Kamera daran hinderst, den Film zum nächsten Bild weiterzutransportieren. Indem du ein Foto machst, ohne zum nächsten Frame vorzurücken, belichtest du denselben Frame mehr als einmal. Wenn du deinen Film schon einmal extrem überbelichtet hast (und wir meinen wirklich überbelichtet), dann weißt du, dass die Lichter deines Films aufgrund der Übersättigung mit Licht ausfressen. Das kann passieren, wenn du deinen Film doppelt belichtest, aber mit ein wenig Planung und Strategie kannst du wahre Magie erschaffen.
ES GIBT ZWEI METHODEN, UM FILME DOPPELT ZU BELICHTEN:
1.) Du kannst eine ganze Rolle ganz normal verschießen (ein Foto pro Frame), und nachdem die Rolle voll und zurückgespult ist, kannst du mit einem Filmrückholer den Filmanfang wieder herausziehen und denselben Film erneut belichten – das nennt man Doppelbelichtung. Diese Methode ist nützlich, wenn du einfach nur experimentieren und sehen willst, was du mit sehr wenig Planung erschaffen kannst, und wenn du Überraschungen liebst. Diese Methode macht vielleicht mehr Spaß bei einem ungezwungenen persönlichen Ereignis, bei dem du keine Ergebnisse liefern musst (z. B. ein Tag am Strand mit deinen Freunden, im Zirkus mit deiner Familie usw.).
2.) Oder du kannst jedes Bild einzeln doppelt belichten (zum Beispiel: eine Rolle in die Kamera einlegen, zwei Bilder machen; dann zum nächsten Frame vorspulen, wieder zwei Bilder machen; zum nächsten Frame vorspulen, dort vielleicht nur ein Bild machen; und so weiter). Diese zweite Methode ist sinnvoll, wenn du nicht eine ganze Rolle voller Doppelbelichtungen haben möchtest, sondern gezielt nur ein paar Aufnahmen planst, wenn dich die Inspiration packt. Dies ist wahrscheinlich die beste Methode, wenn du von einem Kunden oder einer Firma beauftragt wirst, da du etwas bedachter und geplanter vorgehen kannst, falls dich die Muse küsst.
Wenn du die letzte Methode der Doppelbelichtung ausprobieren und Bild für Bild belichten möchtest, gibt es zwei wesentliche Komponenten dafür: Du musst wissen, wie du deine Kamera daran hinderst, den Film weiterzutransportieren, und du musst planen, welche Bilder du einfangen und übereinanderlegen willst. Diese beiden Dinge sind notwendig, denn wenn deine Kamera nicht die Möglichkeit bietet, den Filmtransport zu stoppen, wirst du keine Doppelbelichtungen machen oder erstellen können (du kannst die Marke und das Modell deiner Kamera googeln, um die Bedienungsanleitung online zu finden und zu sehen, ob Doppelbelichtungen bei dir möglich sind). Und wenn du keine Vorstellung oder kein Ziel vor Augen hast, was du einfangen möchtest, könntest du vom Ergebnis enttäuscht sein (oder sehr, sehr angenehm überrascht!)
DINGE, DIE DU BEACHTEN SOLLTEST:
1.) Da du deinen Film zweimal (oder öfter) belichtest, solltest du deine Aufnahmen unterbelichten. Vorhin haben wir erwähnt, dass eine Überbelichtung deines Films zu einem Detailverlust führen kann. Daher ist es am besten, wenn du jede Aufnahme, die du auf demselben Frame machst, um 1 oder 2 Blendenstufen unterbelichtest. Einen Belichtungsmesser zur Hand zu haben, um sicherzustellen, dass du um 1 oder 2 Blenden unterbelichtest, verringert deine Fehlermarge.
2.) Wenn du dein erstes Bild machst, werden alle hellen Stellen (die weißen oder hellen Partien) des ersten Bildes nach der zweiten Aufnahme nichts mehr einfangen oder zeigen. Dein zweites Bild wird nur in den dunklen Bereichen deines ersten Bildes belichtet und sichtbar sein. Wenn du zum Beispiel in deinem ersten Schuss einen schwarzen Punkt auf einer weißen Seite fotografierst, wurde das Weiß auf deinem Film bereits vollständig belichtet (es ist im Grunde ausgefressen). Wenn du also das zweite Bild machst, wird dieses nur innerhalb des Kreises dieses schwarzen Punktes zu sehen sein, da die dunklen Stellen nicht so überbelichtet wurden wie die hellsten Stellen deines ersten Bildes.
Sobald du also herausgefunden hast, wie deine Kamera Doppelbelichtungen macht, ist es an der Zeit, sie zu erstellen! Es gibt einen Haufen Möglichkeiten, Doppelbelichtungen zu planen, zu schichten und zu gestalten. Du kannst auf Instagram nach dem Hashtag #filmdoubleexposure oder #doubleexposurefilm suchen oder dir Marcause’s Projekt DUO:BSL ansehen, das einige unglaubliche Doppelbelichtungen für wahnsinnige Ideen und Inspirationen zeigt! Wir verraten dir außerdem zwei klassische Wege, um Doppelbelichtungen zu machen. Bitte beachte jedoch, dass dies keine unumstößlichen oder in Stein gemeißelten Regeln sind – nutze sie nur als Orientierungshilfe. Wenn es um Film geht, sind Regeln dazu da, gebrochen zu werden, also lass dich inspirieren und brich sie!
DIE „OUTLINE“-DOPPELBELICHTUNG.
Diese hier ist ein Klassiker und kann entweder edgy oder romantisch gestaltet werden.
Mache für das erste Bild eine Profilaufnahme oder eine Frontalaufnahme deines Motivs vor einer weißen oder hellen Wand oder im Gegenlicht und achte darauf, die Aufnahme unterzubelichten. Überlege dir dann, womit du dein Motiv füllen möchtest, wenn du das zweite Bild machst. Vielleicht könntest du Blumen fotografieren (die sind an einem Hochzeitstag leicht zu finden), oder eine Betonstruktur, oder einen Stapel Gitarren, oder vielleicht sogar eine weitere Aufnahme der Person selbst. Mache dann dein zweites Bild und achte auch hier darauf, die Aufnahme unterzubelichten. Die Outline-Doppelbelichtung eignet sich hervorragend, um Tiefe zu erzeugen.
DIE „LANDSCHAFTS“-DOPPELBELICHTUNG.
Diese Variante kann eine Szene richtig in Szene setzen und fühlt sich für uns immer so an, als würde sie ein gutes Albumcover abgeben. Mache für das erste Bild ein Foto von deinem Motiv – das kann ein Hund sein, ein Objekt, ein Mensch oder ein Paar, egal was – vor einem hellen Hintergrund. Achte darauf, unterzubelichten, idealerweise bei diesem Schuss um 2 Blendenstufen. Mache dann eine Aufnahme der Landschaft; idealerweise wäre deine Landschaft etwas bewölkt, um einige Details im Himmel zu erhalten. Auch hier empfehlen wir, um 2 Blenden unterzubelichten. Diese Aufnahme ist ein Klassiker und sieht immer toll aus.
TIPPS, DAMIT DEINE DOPPELBELICHTUNGEN RICHTIG GUT WERDEN:
1.) Wenn du Menschen fotografierst, ist dunklere Kleidung umso besser.
2.) Behalte beim Komponieren und Aufnehmen des zweiten Bildes immer dein erstes Bild im Hinterkopf (erinnere dich besonders daran, ob du es horizontal oder vertikal aufgenommen hast!)
3.) Du kannst immer Dinge aus deiner Umgebung oder Muster in der Nähe als Füllmaterial für dein zweites Bild verwenden.
4.) Belichte in hellen Situationen oder Umgebungen noch stärker unter.
5.) Experimentiere, akzeptiere Fehler und hab vor allem Spaß dabei!
Hast du eine Frage zu Doppelbelichtungen auf deinem Film? Schreib uns einfach an ask@carmencitafilmlab.com! Wir helfen immer gerne weiter!










